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Buchoptimierung für Amazon Ads – Teil 1: Mein neues Cover

Buchoptimierung für Amazon Ads – Teil 1: Mein neues Cover

Andrea Hahnfeld

Nach einem Jahr Amazon Ads weiß ich vor allem eines: Mein Buch Tintenspuren* und die Ads brauchen ein Update. Bei rund 8 Mio. Impressionen und einer Klickrate von nur 0,14 % macht es keinen Sinn, die Anzeigen weiterlaufen zu lassen, ohne zuerst etwas am Buch zu verändern.

In diesem ersten Teil geht es nur um den Buchumschlag – Cover, Titel, Untertitel und Klappentext. Im zweiten Teil widme ich mich dann dem kompletten Amazon-Listing, von Buchbeschreibung über Kategorien bis zu A+ Inhalten. Und im dritten Teil zeige ich, wie ich mit den erfolgreichsten Keywords neue Kampagnen starte.

TL;DR – Buchoptimierung für Amazon Ads
Ich habe mein Buch Tintenspuren* für bessere Klickzahlen bei Amazon Ads überarbeitet: Cover, Titel, Untertitel, Farbkontrast und Klappentext wurden angepasst. Im Artikel zeige ich Schritt für Schritt, welche Änderungen ich vorgenommen habe, welche Probleme vor dem Klick bestanden und wie die neuen Versionen die Lesbarkeit und Genre-Kommunikation verbessern. Entdecke, wie die neue Cover-Variante aussieht und warum sie bei Amazon Ads (hoffentlich) für mehr Klicks sorgt.

Amazon Ads laufen schlecht – warum mein Buch trotzdem überzeugt

Die Amazon Ads sagen zunächst nichts über die Qualität meines Buchs aus – sie zeigen nur, wie die Anzeige gelaufen ist. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, aber zu denken »Niemand hat mein Buch gekauft, also ist es schlecht«, wäre ein Fehlschluss.

Die Leserunden ergaben für Tintenspuren* durchweg positive Rezensionen, und nach 209 Taschenbuch-Bestellungen habe ich keine negativen erhalten. Mit 46 Rezensionen und einer durchschnittlichen Bewertung von 4,6 von 5 Sternen steht das Buch nicht schlecht da – und ich darf davon ausgehen, dass es den meisten Kaufenden auch gefallen hat.

Mal abgesehen von der einen Person, die obligatorisch 1 Stern vergibt und natürlich keine Rezension dalässt. Diese Person kennen viele Autorinnen. Leider.

Screenshot der Amazon-Statistik meiner Buchrezensionen: Anzahl der Bewertungen, Sterneverteilung und Leserfeedback für Tintenspuren.
Kundenrezensionen von Tintenspuren* – Stand: 29.12.2025

Aus den Ergebnissen lässt sich also nicht ableiten, dass ich etwas am Inhalt meines Buchs ändern muss. Das wäre nur der Fall, wenn ich plötzlich viele negative Bewertungen bekommen hätte. Am Inhalt werde ich deshalb nichts ändern.

Wo aber anfangen, wenn die Zahlen darauf hindeuten, dass etwas mit dem Funnel nicht stimmt? Der Funnel (engl. für Trichter) zielt darauf ab, dass Impressionen zu Klicks und Klicks zu Käufen werden. Wie bei einem Trichter wird die Menge nach unten hin zwar geringer. Aber dennoch gibt es Durchschnittswerte, die verraten, wie eine Anzeige verlaufen ist.

Laut Sumeet Bose erzielt ein beworbenes Buch mit einer Klickrate von 0,30-0,50 % durchschnittliche Ergebnisse. Bei mehr als 0,4 % kann man bereits von guten Werten sprechen. Bei Nischen-Produkten sieht es besser aus: Interessierte suchen gewöhnlich ganz gezielt in einer Nische. Sie haben eine hohe Kaufabsicht. Deshalb kann die Klickrate in der Nische sogar bei 1–2 % liegen!

Eigentlich gute Nachrichten, denn mein Buch ist ein Nischen-Buch. Aber bei 7.898.421 Impressionen haben nur 10.880 Menschen auf die Anzeige geklickt. Mit einer Klickrate von 0,14 % ist die Anzeige deutlich unterdurchschnittlich gelaufen – für ein Nischen-Buch sogar äußerst bescheiden.

Positiv gesehen kann man sagen: Ich habe viel Entwicklungspotenzial nach oben – und zwar 0,16–1,86 %. 🙂

Wenn bei so vielen Impressionen nur so wenige Interessierte auf die Anzeige klicken, dann hat das Buch ein großes Problem vor dem Klick. Denn bei Impression sehen die Kundinnen nicht viel vom Buch: nur Cover, Titel, Untertitel & Preis.

Hier eine Impression von dem einzigen Schreibratgeber, der ähnlich persönlich ist wie Tintenspuren und auch frühere Fassungen eines Texts enthält: Die Geschichten in uns* von Benedict Wells – auch er teilt sehr persönliche Einblicke in sein Leben. Das Buch wurde im selben Jahr wie Tintenspuren veröffentlicht und beim Vorbereiten meiner Ads konnte ich diesem Buch über Helium 10 beim Hochklettern in die Bestseller-Liste zusehen – und zwar noch bevor es veröffentlicht wurde.

Dass das Buch von Benedict Wells als gebundene Ausgabe für 26,00 € verkauft wird, zeigt mir: Mein Taschenbuch-Preis von 15,99 € ist gut an der Konkurrenz orientiert.

Aufgrund gestiegener Papierkosten werde ich allerdings dennoch meinen Preis leicht anheben und das Taschenbuch fortan für 17,99 € verkaufen. Ebenso steigt der Preis für das E-Buch auf 9,99 €. Damit verfolge ich mehrere Ziele:

  • Mit dem Preis möchte ich deutlich machen, dass das Buch in der Liga der hochwertigeren Ratgeber mitspielt. Schließlich ist sehr viel Zeit und Geld in seine Entstehung eingeflossen. Auch bietet das Buch einen bisher einzigartigen Ansatz. Das darf sich im Preis widerspiegeln.
  • Bisher habe ich den Aspekt der Seitenzahl in der Preisberechnung komplett vernachlässigt. Die Konkurrenzbücher, die ich mir damals herausgesucht hatte, um den Preis festzulegen, sind teilweise deutlich schmäler.
  • Einerseits haben Interessierte mit Kindle Unlimited das positive Gefühl ein besonderes Schnäppchen zu bekommen, wenn sie das Buch ausleihen. Anderseits ist das E-Buch trotz Preiserhöhung immer noch wesentlich günstiger als das Taschenbuch und bietet so auch Kaufenden ohne Kindle Unlimited einen erheblichen Preisvorteil gegenüber der gedruckten Version.

Wo das Problem tatsächlich lag: vor dem Klick

Wie man allerdings ein Problem vor dem Klick löst, da bin ich selbst überfragt. Ich weiß, dass man in diesem Fall etwas am Cover ändern soll. Aber was? Ich habe bereits ein professionelles Cover, für das ich viel Geld investiert habe.

Wenn guter Rat teuer ist, dann kann die KI eine gute Hilfe sein. Also habe ich bei ChatGPT mein aktuelles Cover hochgeladen und gefragt: Warum funktioniert dieses Cover für Amazon Ads in meiner Nische nicht?

Die KI hatte klare Antworten:

  • Cover & Titel nicht klar genug
  • Genre nicht deutlich
  • Thumbnail schlecht lesbar

Uff. Ganz schön viel Handlungsbedarf! 😳

Für alle, die sich mit generativer KI noch nicht so gut auskennen: Generative Pre-trained Transformer wie ChatGPT liefern zwar Antworten, die wie Wahrheiten klingen – aber diese sind nur Wahrscheinlichkeiten. Generative KI ist kein Lexikon (auch wenn das gesamte Wikipedia Teil der Trainingsdaten war). Die KI kann immer nur Hinweise auf mögliche Lösungen geben. Alle Antworten können immer in Teilen oder in Gänze falsch oder erfunden sein. Solche freien Erfindungen der KI nennt man das dann halluzinieren. Ohne eigenes Wissen kann man die Halluzinationen der KI nicht immer erkennen! Die Qualität der KI-Antworten hängt also sehr stark zusammen mit dem Wissen der Person, die die Prompts schreibt. Um mit den Antworten von KI wirklich weiterzukommen, solltest du eine gewissen Ahnung vom Thema haben – denn nur dann kannst du die richtigen Fragen stellt und Nonsense erkennen.

Einen sehr interessanten Artikel, wie Denken und KI zusammenhängen, haben übrigens Isabella Buck und Anika Limburg geschrieben. Sie zeigen am Beispiel des Schreibens vier Szenarien auf, wie man KI nutzen kann – um das eigene Denken zu ersetzen, zu entlasten, zu unterstützen und zu erweitern.

Zurück zum Buch und den von der KI identifizierten Problemen. Im Folgenden fasse ich zuerst zusammen, was genau ChatGPT zum Cover gesagt hat. Dann kommentiere ich die Antworten der KI aus meiner Sicht. Denn auch wenn ChatGPT für solche Fragen ein idealer Sparringspartner ist und auf viel Wissen zugreifen kann – man darf nicht alles für bare Münze nehmen!

Ich habe für mich beschlossen, hinzuhören und mein Buch-Cover zu prüfen, wo die Einschätzung der KI mit meinem Vorwissen stimmig scheint – und in allen anderen Fällen lieber meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Dabei bin ich mir darüber bewusst, dass ich als Selfpublisherin, die viel durch Learning by Doing lernt, ganz schön viel nicht weiß. Mein Unwissen sorgt sicherlich für einige blinde Flecke in meinen Prompts, über die ein Spezialist schmunzeln würde. Aber so ist das im Selfpublishing-Geschäft. Man wird mit jeder Iteration ein bisschen besser – und lernt vor allem (wenn auch nicht am liebsten) aus Fehlern. ☺️

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