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Stil verbessern – Teil 4

Stil verbessern – Teil 4

Andrea Hahnfeld

Im vierten und letzten Teil der Reihe »Stil verbessern« geht’s ans Eingemachte: Warum sind vage Formulierungen der Tod für gute Texte? Was hat es mit dem geheimnisvollen »Reader-Writer-Arc« auf sich – und wie hilft er dir dabei, deinen Stil zu schärfen? Du erfährst außerdem, wie du Leserinnen packst, ohne sie zu überfordern. Klingt nach einer Gratwanderung? Ist es auch – aber eine, die du meistern kannst.

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Dieser Artikel ist Teil einer Reihe. Um dich aufbauend und tiefer ins Thema Stil einzuarbeiten, empfehle ich dir, zuerst die vorherigen Artikel zu lesen.
Stil verbessern – Teil 1
Stil verbessern – Teil 2
Stil verbessern – Teil 3

Über Konkretes schreiben

Geschichten erzählen auf der Oberfläche von fiktiven oder autobiografischen Ereignissen. Doch darunter geht es immer auch um etwas Tieferes – um Ideen, Gefühle und Konzepte sowie ihre konkreten Bedeutungen.

Eine gute Geschichte vermittelt nicht einfach nur eine Idee, sie macht sie erlebbar: durch konkrete Erfahrungen, Figuren, Konflikte.

Nimm zum Beispiel das Wort Liebe und versuche für dich selbst einmal folgende Fragen zu beantworten:

  • Was bedeutet Liebe für dich?
  • Glaubst du, das Wort hatte dieselbe Bedeutung für deine Großmutter?
  • Unterscheidet sich deiner Meinung nach die Liebe zwischen Mann und Frau von der Liebe zwischen Vater und Sohn? Wenn ja, welche ist stärker?

Die Fragen zeigen schnell: Die Bedeutung des Worts Liebe ist ohne Zusammenhang kaum greifbar. Ohne konkreten Kontext bleibt es abstrakt.

In der Sprachwissenschaft spricht man in solchen Fällen von abstrakten Begriffen – also Wörtern, die keine greifbaren Dinge bezeichnen. Dazu gehören Gefühle wie Liebe oder Angst, aber auch Ideen und Konzepte wie Gerechtigkeit oder Freiheit.

Im Unterschied dazu stehen konkrete Begriffe: Auf einen Stuhl kannst du zeigen und sagen: »Das ist ein Stuhl!« Bei abstrakten Begriffen funktioniert das nicht – sie werden erst durch Beispiele und Erfahrungen verständlich. Erst indem du erzählst, wie jemand liebt – zärtlich, verzweifelt, voller Angst oder Hoffnung – wird das Gefühl mit Leben gefüllt und für andere nachvollziehbar.

Gutes Schreiben ist spezifisch und konkret.William Zinsser in: Writing to Learn*

Liebe ist ein Gefühl, das kulturell mit Bedeutung aufgeladen wird. In ihren Details sieht Liebe von Land zu Land und von Mensch zu Mensch anders aus.

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