Schreibblockaden können jede Autorin treffen – ob beim kreativen Schreiben, Bloggen oder für die Masterarbeit. Vielleicht hast du sie selbst schon einmal erlebt: Phasen, in denen das Schreiben einfach nicht so läuft, wie man sich das wünscht. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Überforderung, Perfektionismus oder negative Glaubenssätze.
Das Resultat ist häufig dasselbe: Man vermeidet das Schreiben. Erst einen Tag, dann noch einen – und ehe man sich’s versieht, hat man monatelang nichts mehr geschrieben.
Was alle Autoren am besten können ist, Wege zu finden, um das Schreiben zu vermeiden. –Alan Dean Foster
Mit folgenden 5 von mir selbst erprobten und für gut befundenen Tipps kannst du kleineren Schreibblockaden entgegenwirken. Bei größeren Blockaden solltest du dir Zeit nehmen, den Gründen für deine Schreibprobleme auf die Spur zu kommen.
Tipp 1: Weniger ist mehr
Kennst du das auch? Du willst eigentlich schreiben. Aber die vielen Worte schrecken dich ab. Wie wäre es stattdessen mit wenigen Worten? Wenn du beim Schreiben immer nur an den ganzen Roman denkst, löst das Überforderung aus. Überforderung führt dazu, dass du das Schreiben vermeidest.
Wie ich schreibe? Ein Wort nach dem anderen. – Stephen King
Meine Taktik: Bewusst wenig machen! Dabei hängt es von der Tagesform ab, wie wenig wenig ist. Manchmal ist es ein Satz, manchmal ein auch nur Wort. An anderen Tagen überarbeite ich lediglich, was ich am Vortag geschrieben habe. Wichtig ist aber: Arbeite jeden Tag an deinem Projekt.
Ein besonders guter Schreibratgeber, den ich dir zu diesem Thema empfehlen kann, ist The 8-Minute Writing Habit* von Monica Leonelle.
Tipp 2: Planen
Sitzt du manchmal vor deinem Computer und weißt nicht, wie deine Geschichte weitergehen soll? Dann kann dir ein Schreibplan bzw. eine Outline helfen.
Der Plot ist das, was in deiner Geschichte passiert. Jede Geschichte braucht Struktur, so wie jeder Körper ein Skelett braucht. – Caroline Lawrence
Wenn du weißt, was als nächstes kommt, fällt dir das Schreiben leichter. Es gibt unterschiedliche Methoden, dir einen Plan zu machen. Folgende Methoden habe ich bereits mit Erfolg ausprobiert und kann sie dir empfehlen:
Tipp 3: Absichtlich schlecht schreiben
Häufig ist Perfektionismus der Grund dafür, dass kein Wort aufs Papier kommt. Dagegen hilft Dilettantismus. Schreibe die schlechteste Version deiner Geschichte, die dir einfällt! Mit Dialogen zum Gähnen, blonden Heldinnen mit blauen Augen oder dunkelhaarigen Helden mit geheimnisvoller Vergangenheit. Wenn du einen Krimi schreibst, dann verrate direkt, wer der Mörder ist. Beschreibe nur langweilige Details – dafür aber in epischer Breite! Interessante Vergleiche finden? Wozu die Mühe? Schreib einfach: Das Blut ist rot wie Blut.
Dieser Tipp macht nicht nur Spaß, er befreit dich auch von zu hohen Erwartungen an deinen ersten Entwurf. Sobald die schlechte Version deines Textes fertig ist, brauchst du sie nur besser zu machen.
Gut schreiben heißt neu schreiben. – Truman Capote
Tipp 4: Sprache wechseln
Dieser Tipp ist ideal, wenn du eine Fremdsprache oder einen Dialekt sprichst. Du musst nicht perfekt sein und dein Text auch nicht fehlerfrei. Beim Schreiben in der Fremdsprache entdeckst du das Spielerische der Sprache neu. Ich habe festgestellt, dass ich viel befreiter schreibe, sobald ich die Sprache wechsle. Meine innere Kritikerin wird still und bei der Auswahl der Worte achte ich mehr auf den Klang und das Schriftbild.
Eine befreundete Autorin hat ihren ersten Roman komplett auf Englisch geschrieben und ihn danach ins Deutsche übersetzt. Sie hat mir den Tipp gegeben und auch für mich hat er etwas Magisches. Plötzlich fällt mir leicht, was vorher unmöglich schien.
Erst später habe ich erfahren, dass auch berühmte Autorinnen ihn bewusst anwenden. Wusstest du, dass Haruki Murakami seinen ersten Roman Wenn der Wind singt* auf Englisch neu geschrieben hat, als er mit der japanischen Erstfassung unzufrieden war? In seinem Buch Von Beruf Schriftsteller* (S. 35) verrät er:
Um meine Einstellung [zur Literatur] von Grund auf zu revolutionieren, beschloss ich [...] meinen Romananfang versuchsweise auf Englisch zu verfassen [...] Meine Beherrschung der englischen Sprache war natürlich nicht gerade berauschend. So stand mir nur eine begrenzte Anzahl an Vokabeln und Konstruktionen zur Verfügung, und meine Sätze gerieten naturgemäß kurz. Ganz gleich, welche komplizierten Gedanken ich in meinem Kopf ausbrütete, auf Englisch konnte ich sie nicht ausdrücken. Also formulierte ich ihren Inhalt in möglichst einfachen Worten, paraphrasierte leicht verständlich, entfernte alles Überflüssige aus meinen Schilderungen und beschränkte mich auf das, was in meinem begrenzten Gefäß Platz fan. Ein roher, sehr kompakter Text entstand. – Haruki Murakami
Tipp 5: Ort wechseln
Schreiben kann sehr einsam sein. Wenn du keine Lust hast, alleine an deinem Schreibtisch zu sitzen, kann ein Ortswechsel helfen. Experimentiere mit unterschiedlichen Schreiborten und notiere dir, wo du in welcher Schreibphase am besten schreibst.
Ich selbst korrigiere meine Texte gerne im Café. Falls ich mich aber konzentrieren will, ziehe ich die Bibliothek vor. Und Rohfassungen schreibe ich (gerade wenn das Wetter schön ist) vorzugsweise im Freien, zum Beispiel auf meinem Balkon oder im botanischen Garten.
Schon ausprobiert?
Welchen der Tipps findest du am besten? Hast du bereits einen ausprobiert? Falls ja, schreibe mir in den Kommentaren, welche Erfahrungen du damit gemacht hast. Ich bin gespannt auf dein Feedback. Hast du selbst einen todsicheren Tipp gegen Schreibblockaden? Teile ihn in den Kommentaren!
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